Hier muss ich mal mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumen: einige Touristen unterwegs haben uns erzählt, sie hätten einen Elch gesehen. Studierte Menschen aus Salzgitter meinten, direkt auf dem "Whistlers Campground", auf dem wir gerade stehen, sei ihnen ein Elch vor die Nase gelaufen. Leute, Leute, ich glaube euch ja, dass ihr große braune Tiere gesehen habt, aber nur weil hier vor "Elks" gewarnt wird, die hier sehr aggressiv sein sollen, sind das noch lange keine Elche, sondern Hirsche (oder wie hier eine Hirschkuh). Elch heißt im englischen "Moose" und soll noch ne Nummer "trotteliger" aussehen. Elche sind noch größer und wirklich wirklich schwer zu sehen, also bitte, wenn ihr uns das nächste Mal sagt, ihr hättet einen Elch gesehen, vergewissert euch bitte, dass es nicht doch "nur" ein Elk war. Ihr weckt bei mir sonst nur Erwartungen.... Aber egal, diese Süße hier hat uns schonmal einen guten Start in den Tag beschert. Klaus und Marion, noch ist es also nicht klar, ob wir nächste Woche wieder im Büro aufschlagen.
Wir haben uns heute vorgenommen, die Maligne Lake Road bis zum "Maligne Lake" zu fahren. Eine schöne Strecke und eins der Highlights von Jasper und Umgebung. Die Straße führte uns zunächst am "Maligne Canyon" vorbei, den wir uns aber für die Rückfahrt aufgehoben haben. Dennoch hier die Vorwarnung, heute ist wieder viel von Wasser die Rede!
Einen Stopp legten wir am "Medicine Lake" ein; einem See, der durch ein unterirdisches natürliches Drainagesystem gespeist wird und dessen Wasserpegel im Verlauf des Jahres um bis zu 20 Meter schwankt. Die First Nations haben geglaubt, böse Geister hätten das Wasser weggeschlürft.
In diesem Gebiet soll es eine Caribou-Herde geben, die ca. 150 - 200 Tiere umfasst. Am feuchten Uferrand konnte man ihre Spuren gut sehen und teilweise waren in den Bäumen Kameras installiert, die auf Bewegung hin auslösen, vermutlich um Caribou-Sichtungen zu dokumentieren. Liebe Mitarbeiter von "Parks Canada", versprochen, wir sind nicht auf Drogen und wollten uns auch keinen Spaß erlauben, wir gucken so dämlich, weil wir so unwahrscheinlich happy hier sind. Übrigens, ich würde mich gerne anbieten, für euch den ganzen Tag das Gebiet nach Caribous und anderen Tieren abzusuchen. Dass ich einigermaßen fotografieren kann, zeigen ja wohl die Fotos hier. An wen darf ich meine Bewerbung richten?
Am Maligne Lake angekommen, ließen wir diesen im wahrsten Sinne des Wortes ersteinmal links liegen. Wir hatten von einem Ehepaar aus North Carolina (nennen wir sie Jane & John Doe), die wir im Kootenay National Park getroffen haben erfahren, dass der benachbarte "Moose Lake" ein guter Ort sei, um Elche zu sehen. Einen kurzen Hike dorthin, einen einstündigen Aufenthalt (und die Erkenntnis, dass Dirk einfach nicht lautlos sitzen bleiben kann) später haben wir unseren Beobachtungsposten wieder aufgegeben.
Wir geben uns wirklich Mühe, einen Elch zu finden, ehrlich, aber alles was wir fanden war dies hier:
Okay, also wieder zurück zum "Maligne Lake", dem eigentlichen Anziehungspunkt am Ende der Straße. Wir fanden eine von Leonard & Helny Leck gesponserte Bank. Wir haben keine Ahnung, wer die beiden waren, aber die Inschrift "In the mountains we forget to count the days" gibt so ziemlich das wieder, was das Leben hier ausmacht. Würde ich nicht diesen Blog schreiben, ich wüßte nicht, welches Datum wir heute haben.
Der "Maligne Lake", hier mit seinem aus vielen Reiseführern bekanntem roten Bootshaus
liegt auf 1.675 m Höhe und hieß in der Sprache der Stoney Indians "Caba Imne", was so viel wie Biber-See heißen soll. Biber sahen wir zwar keine, dafür in der Ferne aber diese 4 Genossen.
Ich war bislang davon ausgegangen, dass es sich um Karibus handelt. Liebes "Parks Canada Team", sollten das keine Karibus, sondern einfach "nur" "Whitetail Deers" sein, nehme ich meine obige Bewerbung zurück und würde mich stattdessen gerne zur "Park Warden" ausbilden lassen. Kommt schon, da muss es doch ne Möglichkeit geben! ;-)
Naja, wir haben ja noch mindestens 20 km Zeit, Karibus zu sehen.
Auf der Rückfahrt hielten wir dann am "Maligne Canyon", den man auf 3,7 km Länge und über insgesamt 6 Brücken durchwandern kann. Die Länge ist nicht so das Problem, aber der Höhenunterschied. Wir haben es diesmal nur bis zur 3. Brücke geschafft, der Weg bis dorthin beschert aber auch ganz tolle Eindrücke.
Laura & David, wir haben uns das folgendermaßen gedacht: ihr wollt doch diese Gegend auch mal erkunden (Laura, das Wetter war bislang wirklich richtig schööööööön und waaaaaaaarm); also wir fahren dann zusammen hierher, mit zwei Autos, die wir strategisch an der 1. und der 6. Brücke parken, so dass wir zurück fahren können; David, such doch schonmal einen günstigen Flug raus *zwinker*.
Auf der Rückfahrt zum Campingplatz sahen wir wieder eine grasende Elk-Kuh am Straßenrand. Ein Stückchen weiter entdeckten diese beiden hier die Welt:
Und dieses Panorama, das uns auf der Fahrt zurück nach Jasper begegnete, möchten wir euch auch nicht vorenthalten.
Ihr seht, da ziehen einige Wolken auf. Wir gehen jetzt erstmal essen und planen dort unsere nächsten Tage. See you!!!
Liebe Heike, lieber Dirk,
AntwortenLöschenwir folgen euch weiter fleißig! Mit den tollen Fotos habt ihr uns mit Fernweh versorgt und inspiriert. Und ich glaube nun auch, dass es dort nicht nur regnet! ;-)
Der Plan mit den zwei Autos hört sich gut an! Dass David ein gutes Händchen für Mietwagen hat, hat sich zwischenzeitlich ja mehrfach bewahrheitet! Auf Flugsuche sind wir sowieso immer! ;-)))
Wir haben uns übrigens -nicht zuletzt aufgrund eures Blogs- dazu entschlossen, dass unsere nächste Reise OHNE Las Vegas auskommen muss, weil wir uns etwas nördlicher orientieren wollen...
Vielen Dank für eure tollen Eindrücke, die ihr mit uns teilt! Weiter so! :-)
Laura und David