Heute wollten wir im 3. Anlauf endlich durch den "Johnston Canyon" wandern. Der Plan war, als einer der ersten auf dem Parkplatz zu sein, aber das Leben ist ja bekanntlich das was passiert, während man etwas anderes plant. Als wir fast startklar waren, ich nur noch schnell Zähne putzte, eröffnete Dirk mir, dass er gerade beim Verstauen der Campingstühle versehentlich den Schlüssel für den Kofferraum abgebrochen habe. Der Bart stecke fest und ließe sich nicht entfernen. Leider haben wir keinen Ersatzschlüssel und nur dieser eine Schlüssel passte auch zu allen anderen Außenfächern und den Klappen, hinter denen die Anschlüsse für Wasser, Gas und Strom sind. Na prima, so könnten wir unseren Trip ja nicht fortsetzen. Mal ein, zwei Nächte ohne Wasser und Strom, kein Ding, aber noch gut zwei Wochen?
So schön wir gestern noch die Abgeschiedenheit des Campingplatzes fanden, nun hatten wir noch nicht einmal die Möglichkeit mit Four Seasons RV, unserem Wohnmobilvermieter in Calgary zu telefonieren.
Immerhin schafften wir es schonmal auf den Parkplatz des Johnston Canyons, der nun schön leer war. Dort war eine Telefonzelle, von der aus wir die kostenfreie Hotline des Vermieters anrufen konnten. Besonders hilfreich war, dass sie dort sogar deutsch sprechen. In so einer Situation erleichtert das Einiges. Die Empfehlung war schlicht, einen Schlüsseldienst aufzusuchen, die Wahrscheinlichkeit sei am Höchsten bereits in Banff einen zu finden. Das Schloß war fix ausgebaut und ab ging die Fahrt.
Wir hatten uns ja schon geschworen eines Tages nach Banff zurück zu kehren, aber dass das so schnell der Fall sein sollte....Wir nahmen es mit Humor, so konnten wir wenigstens ein weiteres Mal den schönen Bow River Parkway befahren, die Alternativroute zum Trans-Canada Highway zwischen Lake Louise und Banff. Von unserem Ausgangspunkt 30 km Natur pur!
In Banff suchten wir den Home Hardware Store in der Bear Street auf. Dort hatten wir schon unsere Tischdecke, ihr erinnert euch, gekauft. Die Jungs dort sind der Hammer ;-=) Der erste wollte uns zurück nach Calgary schicken, der zweite (ein bulliger Typ mit Wurstfingern) sagte etwas in der Art: "Das könnt ihr vergessen, den kriegt man da nie raus" und der dritte (könnte mein lieber Opi sein) holte sich einen Draht und fummelte und friemelte am Schloß herum. Er war erfolgreich und erfand dann sogar eine besondere Technik, um diesen zerbrochenen Schlüssel zu kopieren. Und was hatten wir wieder für ein Glück, im Laden war der letzte Rohling für diese Art Schlüssel vorhanden. So konnten wir leider keinen Ersatz-Ersatzschlüssel mehr anfertigen lassen (just in case), waren aber froh, dass uns so schnell geholfen wurde.
Den Starbucks "um die Ecke" kannten wir schon, also haben wir noch gemütlich Kaffee getrunken, "Pumpkin Lover's Muffins" gegessen und Wi-Fi genutzt, um Euch die Posts der letzten Tage zu veröffentlichen.
Und schließlich, bei unserem 4. Besuch am Johnston Canyon, konnten wir diesen endlich durchwandern. Das Warten hatte sich gelohnt, die kurze Wanderung bis zu den Wasserfällen ist wirklich empfehlenswert (1,1 km bis zu den Lower Falls, weitere 1,6 km bis zu den Upper Falls).
Es führen Holzstege durch den Canyon, hier "Catwalks" genannt. CNTM's (Canada's Next Top Models) sind gefunden. ;-)
Es führen Holzstege durch den Canyon, hier "Catwalks" genannt. CNTM's (Canada's Next Top Models) sind gefunden. ;-)
Gegen Abend erreichten wir Lake Louise Village, eine Ansammlung von Versorgungseinrichtungen 4 km von dem berühmten See entfernt. Wir haben uns für zwei Nächte auf dem einzigen Campground im Ort eingemietet, von hier aus wollen wir morgen die nähere Umgebung und natürlich den Lake Louise erkunden.
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