Donnerstag, 27. September 2012

Raus auf den See!

Juchuh, die Nacht war zwar sehr kalt, aber das Rauschen des Kicking Horse River so nah am Wagen und die aufgehende Sonne machen richtig Lust auf "draußen". Also, raus aus den Federn, Wolldecken und dem Schlafsack und rein ins nächste outdoor-Vergnügen.

Wir haben nämlich heute morgen eine tolle Kanufahrt auf dem Emerald Lake gemacht, zu einer Zeit, als noch kaum eine Menschenseele am See war und noch mystischer Nebel über der smaragdfarbenen Wasseroberfläche lag. Diese Eindrücke (und unser Bild in Schwimmwesten) hätten wir gerne mit euch geteilt, ehrlich. Aber die SD-Karte in unserer kleinen Kamera war gesperrt und als ich sie -schon im Boot sitzend- entsperren wollte, brach mir der kleine Riegel ab. Also war nix mit Fotos machen. Ich denke das war ein Zeichen, ein Zeichen endlich mal den Technikkram und die "folks at home" zu vergessen und die friedliche Stimmung auf dem See mit allen Sinnen aufzunehmen.

Danach fuhren wir gemütlich zurück nach Lake Louise, denn das Wetter schien wieder so klar zu werden, dass wir uns die Gegend gut von oben ansehen können. Doch zunächst legten wir einen Stopp im ältesten Gebäude von Lake Louise ein, dem Eisenbahngebäude von 1909.


Wo früher die Passagiere Fahrkarten kauften und auf den Zug warteten ist heute ein tolles Restaurant untergebracht. Viele Eisenbahnmemorabilia, historische Einrichtungsgegenstände und äußerst nette Kellner machen den Ort zu etwas Besonderem. Die Fenster, der Fußboden und das Bahnstationschild sind noch original erhalten.

Hier sitzen wir auf Stühlen (riesig wie Throne) beim Lunch.

 

So gestärkt fuhren wir zur Lake Louise Gondola, eine Seilbahn, die ins Skigebiet hinaufführt. Man hat die Wahl, ob man in einer geschlossenen Kabine oder in einem offenen Sessellift fahren möchte. Keine Frage, der Sessellift war unserer. Allerdings mussten wir uns vorher einen Sicherheitsinformationsfilm ansehen, damit ja nichts passiert.

Auf dem Weg nach oben sahen wir zwar keine Bären, dafür aber ein "Mule Deer", ein Reh. Wie wir später im Visitor Center nahe dem Gipfel erfuhren, lebt derzeit nur ein einziges Deer noch auf Berg, alle anderen wurden von Wölfen gerissen. Voll fies, aber noch viel gemeiner: das Wolfsrudel macht die ganze Arbeit und dann soll regelmäßig ein Grizzly kommen und den Wölfen die Beute wegschnappen, der riecht das nämlich über weite Entfernungen. So schilderte es uns zumindest die Parkaufseherin.

Und noch ein Phänomen entdeckten wir: die Japaner, die sonst eher selten grüßen, gehen offenbar ganz aus sich heraus, wenn sie Seilbahn fahren. Aus jedem japanisch besetzten Sessellift, der uns entgegenkam wurden wir überfreundlich, ja fast euphorisch gegrüßt. Ein lautes "Hello" gepaart mit Winken und Fotos machen. Was war denn hier los? Ein wenig habe ich den Verdacht, das könnte wieder mit Dirks Kleidung zu tun haben. Sah er in seiner roten Jacke vielleicht so aus wie die rote Sonne auf der japanischen Flagge?  Sorry Schatz, den konnte ich mir nicht verkneifen.  *grins*
Von dort oben hatte man aber einen tollen Blick ins Tal bzw. wie hier auf den Lake Louise.

 
Wieder unten machten wir noch einmal einen Abstecher an den Lake Louise. Für die Wanderung zum Lake Agnes Tea House, die uns Renate so ans Herz gelegt hat, hat die Zeit leider nicht mehr gerreicht. Also noch ein Grund, die kanadischen Rockies später nocheinmal zu besuchen. Also entschlossen wir uns für den Weg am Ufer entlang, der bis hin zum Zulauf zum See führt.
Neben der schönen Aussicht (es lohnt sich wirklich, bei Sonnenschein hier zu sein) gab es auch wieder lustige Vögel zu sehen:

 
 
Und hier ist der Beweis, dass man sich dem Zulauf auch nähern kann, ohne hin(ein)zufallen:

 

Mom, deine Handabdrücke sind immer noch da....  ;-)

 
 
Und hier das klassische Erinnerungsfoto vom Lake Louise:

 
So, jetzt aber bald ins Bett. Vermutlich wartet morgen der Icefield Parkway auf uns, angeblich "the most beautiful road of the world".

Karte unserer heutigen Tour

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