Heute morgen sind wir ohne Frühstück aufgebrochen, weil wir ganz früh am Moraine Lake sein wollten. Erstens wollten wir die japanischen Busgruppen vermeiden und zweitens ist der Parkraum an diesem äußerst beliebten See gerade für Wohnmobile sehr knapp.
8.00 h morgens hier, also 16.00 h in good old Germany. Klaus und Marion, ich hab ganz fest an Euch gedacht; ich hoffe die vorbereitete Überrschung hat geklappt?!?
Da waren wir nun auf dem Parkplatz, das hat schonmal funktioniert, aber kurz nach uns kam die erste japanische Reisegruppe an. Oh je, dann sollten wir wohl auch hier keine Tiere sehen können bei dem Lärm. Mal jegliche Toleranz, political correctness und kulturelles Verständnis beiseite geschoben: DIE NERVEN!!! Zunächst rannte der männliche Teil der Gruppe mit Fotoapparat um den Hals, Stativ in der einen und laufender Videokamera in der anderen Hand haltend im Eiltempo an das Seeufer. Ein richtiger Wettlauf war entbrannt, als hätte der Busfahrer einen Preis für ein Foto ohne andere Japaner ausgelobt. Und dann das Gebrüll, leiser kann die Bombardierung von Pearl Harbour auch nicht gewesen sein. ;-) Schließlich musste noch (das nicht vorhandene) Echo ausprobiert werden, und zwar von jedem einzelnen der Gruppe. Meine Güte, spätestens dem 5. hätte doch klar sein müssen, dass die Gletscher und Berge nicht antworten.
Der See, im "Valley of the Ten Peaks" gelegen, ist bei den Kanadiern sehr beliebt, weil das Motiv lange Zeit die Rückseite der 20 Dollar-Scheine zierte. Die Japaner fuchtelten mit lauter neuen 20ern herum und wunderten sich wohl, wo die Berge geblieben sind. :-)
Also entschlossen wir uns der japanischen Invasion zu entgehen und wanderten am rechten Seeufer bis zum Zufluß am Ende des Sees entlang, ein Gebiet, in das kaum je ein Japaner vorgedrungen ist.
Der See ist wirklich wunderschön gelegen, selbst heute bei dem bedeckten Wetter. Wie sehr muss das Wasser erst smaragdfarben leuchten, wenn die Sonne scheint! Auf halber Strecke unserer Wanderung fing es an zu nieseln, aber egal, endlich konnten unsere outdoor-Klamotten ihre Funktion entfalten. Und schließlich, dem Regen sei Dank, hatten wir den See eine ganze Weile für uns allein.
Laura und David, das nächste Foto ist speziell für Euch (you know why! *g*).
Und ganz plötzlich kam ganz kurz die Sonne raus und schon sah das Wasser so aus (ja, das ist der Moraine Lake vor herbstlichem Bäumen):
Als wir zurück zum Wohnmobil kamen, mittlerweile war halb Japan eingetroffen, regnete es sich so richtig ein. Daher sind wir zunächst nach Lake Louise Village gefahren, haben dort im Mountain Restaurant gefrühstückt, das Visitor Center besucht und dann jeden, und ich meine wirklich JEDEN Shop aufgesucht. Obwohl es draußen ungemütlich war, herrschte eine total nette Stimmung. Das schlechte Wetter nutzten wir zudem, um im Lake Louise Inn Wäsche zu waschen. Auf die Idee waren mehrere Camper gekommen, da standen sie nun, die "Small" und "Big Rigs"und die Insassen standen fast Schlange, denn es gab nur je zwei Maschinen und Trockner.
Und wie durch ein Wunder, unsere Wäsche war fertig und prompt kam die Sonne wieder etwas raus und vor allem stoppte der Regen. Dies nutzten wir, um wenigstens einmal an den Lake Louise selbst zu fahren. Von der Lage her ist der Moraine Lake um einiges schöner, aber mit dem Victoria Gletscher im Hintergrund ist der Lake Louise auch ein Hingucker.
Dennoch war uns das Wetter nicht gut genug für eine Wanderung. Vielleicht hatte ich auch nur Angst in den Zulauf zu fallen, wie es einem Familienmitglied vor vielen Jahren ergangen ist? Hihi.... Nein, die Wettervorhersage für die nächsten Tage sieht gut aus, das heben wir uns also für die Rückkehr aus dem Yoho National Park auf.
Am Lake Louise steht wieder ein stattliches Luxushotel, das Chateau Lake Louise. Begrüßte uns im Banff Springs Hotel ein Portier im schottischen Quilt, so sind die Jungs hier alpenländischen Bergführern nachempfunden. Gar nicht so weit hergeholt, denn mit der Ankunft der Touristen verpflichte die Canadian Pacific Railway tatsächlich Schweizer Bergführer, um die Touristen auf Touren in die Rocky Mountains zu begleiten.
Jürgen und Gudrun, hier mussten wir an Euch denken. Zur Hochzeit habt ihr uns ein eigenes kanadisches Eishockeystadion geschenkt, das sich ein Kellner auf der Feier ganz besonders angeschaut hat. Er fragte uns damals, ob wir auch eine besondere Verbindung zu Kanada hätten, er habe einige Zeit in einem Hotel am Lake Louise gearbeitet. Diese Begebenheit kam uns hier wieder in den Sinn.
Morgen werden wir erstmal in den Yoho National Park, quasi um die Ecke fahren. Nach Lake Louise kommen wir bestimmt nochmal zurück, denn das ein oder andere gibt es hier noch zu entdecken.
Noch eine Begebenheit am Rande: Heute morgen ist Dirk versehentlich in ein falsches Wohnmobil geschlappt, als er vom Waschhaus kam. Erst als er die Puschen in der Tür nicht identifizieren konnte merkte er, dass er wohl zu früh abgebogen war."Sorry, wrong car!" rief er noch schnell, knallte die Tür wieder zu und fand dann "nach Hause".
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